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Zwei
Leibwächter Rommels
Karl Hulke: Augenzeuge der Verwundung Rommels in La Roche-Guyon
in der Normandie am 17. Juli 1944
DIE
HAUPPTAKTEURE
DIE
INTERVIEWS von Enzo Cicchino (2001)
Das Interview
mit den beiden ehemaligen Soldaten aus Rommels Leibwache – Karl Hulke und
Joseph Felder – konnte ich in der Villa dei Cedri, in Cola' di Lazise
durchführen, da Vittorio Nalin die beiden freundlicherweise zu einem
Besuch der dazu gehörigen Thermalanlagen eingeladen hatte. An diese
Begegnung hatte ich hohe Erwartungen geknüpft; ich hatte ein langes
Interview vorbereitet, von dem ich mir viele interessante Informationen
aus erster Hand erhoffte. Statt dessen bekam ich es mit zwei etwas
gebrechlichen und vor allem nicht sonderlich gebildeten alten Herren aus
Österreich zu tun. Einer der beiden – Joseph Felder – war das ganze Leben
lang Schlosser, während der etwas aufgewecktere Karl Hulke ebenfalls einen
eher bescheidenen Beruf ausgeübt hatte.
Dies war vor allem deshalb eine Enttäuschung, weil dadurch mein ganzes
ehrgeiziges Fragenprogramm ins Wasser fiel. Da ich außerdem kein Wort
Deutsch spreche, musste ich mich auf die Improvisation meiner damaligen
Dolmetscherin verlassen, einem im Übrigen sehr netten Mädchen, das mir
jedoch – wegen der recht geringen Geschichtskenntnisse – keine große Hilfe
darin war herauszufinden, an welchen Punkten ein Nachhaken sinnvoll
gewesen wäre.
Das Gespräch fand zudem im Dezember und im Freien statt, was die beiden
alten Herren dazu veranlasste, den Ort der Aufnahme ab und an zu verlassen
und sich wärmesuchend in die Bar der Thermalbads zu flüchten.
Der Wert des Interviews ist somit eher bescheiden, doch der Beitrag Hulkes
zu den Umständen des von Rommel erlittenen Luftangriffs ist recht
interessant.

Herr Hulke, was kommt Ihnen
als erstes in den Sinn, wenn Sie an Rommel denken?
Er war eine Person mit starkem Charakter und wurde sehr
geschätzt. Ein sehr guter Anführer mit stets einem offenen
Ohr für seine Soldaten. Fast wie ein Familienvater.
Und welche Erinnerung haben
Sie von ihm?
Er war wie gesagt sehr charakterstark, kein Heuchler,
sondern sehr ehrlich.
War er zu Späßen aufgelegt,
oder ...
Nein. Er war eine ernsthafte Person. Jeder Soldat empfand
größte Hochachtung für ihn.
War er sich seiner
Intelligenz bewusst?
Aber sicher doch. Er war ein hervorragender Heeresführer. Er
wusste genau, wie er seine Soldaten einzusetzen hatte, um
große Erfolge zu erzielen. ... Ein großartiger Stratege.
Stellte er diese
Eigenschaften heraus oder war er bescheiden?
Er war nicht eingebildet. Er war stets korrekt zu jedem
Soldat.
Wie lange blieben Sie an der
Seite Rommels?
Am 23. September 1943 kamen wir an den Gardasee, hierher
nach Colà, und blieben bis zum November 1943 als es nach
Dänemark, an den Atlantikwall ging.
Welche waren Ihre Aufgaben
bei Rommel?
Wir waren mit der persönlichen Sicherheit des Feldmarschalls
betraut. So wurde z. B. in Affi, in der Nähe von Colà, eine
Gruppe von Fallschirmjägern vermutet, die Rommel
ausschalten, töten oder ergreifen sollte. Das mussten wir
dann überprüfen ... derartige Vorfälle waren an der
Tagesordnung.
An welchen Kriegsfronten
waren Sie an seiner Seite?
Nach der Zeit in Italien gingen wir nach Dänemark, an den
Atlantikwall und schließlich, im Dezember 1943, nach
Frankreich. Wir haben verschiedene Aufklärungen an den
Befestigungsanlagen des Atlantikwalls und der Pyrenäen
durchgeführt. Dabei waren wir für seine Sicherheit
verantwortlich.
Und weshalb kam Rommel im
September 1943 nach Italien?
Er kam nach Colà, um den Oberbefehl über die Heeresgruppe B
zu übernehmen.
(Als er dann nach Frankreich ging) wurde er verwundet und
deshalb wehruntauglich. Auch ich erkrankte ... an Malaria
... dem wolhynischen Fieber.
Wo schlug Rommel, nachdem er
Italien verlassen hatte, sein Hauptquartier auf?
In Frankreich, in Fontainebleau, etwa 60 km südlich von
Paris, in der Villa der Pompadour.
Können Sie uns etwas aus dem
Privatleben Rommels in der Normandie berichten? Erinnern Sie
sich an Einzelheiten?
Sein Privatleben ging uns nichts an.
Sie wissen also nicht, ob er
in jener Zeit ausgeglichen war oder eher nervös?
Nein ... wir hatten mit seiner Privatsphäre nichts zu tun.
Wir waren einzig zu seiner persönlichen Sicherheit dort.
War es Ihrer Ansicht nach
richtig von Rommel, sich selbst umzubringen, wie es Hitlers
verlangt hatte?
Das ... das wissen wir doch nicht. Das sind seine ... seine
persönlichen Entscheidungen, mit denen wir wie gesagt nichts
zu tun hatten.
Wäre Rommel Ihrer Meinung
nach besser dagestanden, wenn er bereit gewesen wäre, als
Angeklagter vor Gericht zu erscheinen oder denken Sie, es
war besser für ihn, dass er sich das Leben genommen hat?
Was soll das heißen, „das Leben genommen“?! Er war ein
tüchtiger Soldat und hat seine Pflicht erfüllt. Alles
weitere wissen wir nicht.
Und seine Meinung zu einem
eventuellen Prozess!
Wir mussten das Schicksal des Soldaten hinnehmen. Keiner von
uns wusste, was geschehen würde. Auch er nicht. Wir können
es nicht wissen.
Wie würden Sie Feldmarschall
Rommel nach so vielen Jahren beschreiben?
Feldmarschall Rommel war von Kopf bis Fuß Soldat.
Hatte er auch Fehler?
... (Nein) Er war in jeder Hinsicht ein tadelloser Mensch.
Wie war sein Charakter?
... Unglaublich selbstsicher, auch dank seiner Erfolge.
Wie war sein Verhältnis zu
den Soldaten?
Zu seinen Männern war Feldmarschall Rommel sehr freundlich;
er hatte immer für ihre Probleme Verständnis. Häufig
kümmerte er sich darum und hörte seinen Leuten zu. Das kam
ständig vor.
Wie viel Zeit haben Sie an
seiner Seite verbracht?
Vom Sommer 1943 bis zum Vorfall am 18. Juli 1944.

Joseph Felder
Herr Felder ... wie lautet
Ihr Gesamteindruck vom Feldmarschall Rommel?
Er war ein charakterstarker Mensch. Ein vorzüglicher
Heeresführer und hatte viel Verständnis für die deutschen
Soldaten, für seine Untergebenen.
Was gefiel Ihnen am meisten?
Er war nicht wie die anderen, nicht eingebildet. Er ging mit
allen deutschen Soldaten sehr kameradschaftlich um.
Er war also sehr human?
Aber sicher! Geradezu väterlich zu den Soldaten. Wie ein
Vater.
Und doch würde man ihn sich
eher als steifen, kühlen Mann vorstellen ...
Aber nein, überhaupt nicht. Er war immer kameradschaftlich.
Was erzählte man so über ihn?
Hm ... ich weiß nicht ... Rommel war einfach immer für jeden
Soldaten da.
Und er verstand deren
Probleme?
Ja ... ja, sicher!
Wie lange blieben Sie bei
ihm?
Am Gardasee kamen wir am 23. September 1943 an, wo wir bis
Ende November 1943 blieben. Nach den ersten Tagen in
provisorischen Unterkünften am See bezogen wir in Colà
Quartier und blieben dort, bis der Marschbefehl Richtung
Dänemark eintraf.
Welche Aufgaben hatten Sie in
Rommels Quartier?
Wir waren für seine persönliche Sicherheit verantwortlich.
Während unseres Aufenthalts in Colà hatten deutsche Spione
z. B. erfahren, dass in Affi Fallschirmjäger (Alliierte)
eingetroffen sein sollten, um Rommel auszuschalten oder zu
töten, oder vielleicht auch, um ihn zu ergreifen. Wir
mussten also dort hinauf, um diese Nachricht zu überprüfen
und zum Glück bewahrheitete sie sich nicht. Doch Sie sollten
nicht vergessen, dass auf Rommel bereits zahlreiche
Mordanschläge verübt worden waren.
Es handelte sich also um eine
Fehlinformation?
Bis zu einem gewissen Punkt. Vielleicht hatten sie diesen
Plan gehabt und es sich dann aus logistischen Gründen anders
überlegt. Immerhin war das Vorhaben der Alliierten, Rommel
auszuschalten alles andere als ein Scherz.
Und nach der Zeit in Italien?
Ging es weiter nach Dänemark für eine Besichtigung des
Atlantikwalls und zu Weihnachten quartierten wir uns
Fontainebleau ein. Mit Rommel waren wir im Übrigen auch in
den Pyrenäen, wegen einer Begutachtung der Befestigungen. In
der Normandie, am Atlantikwall, in Caen ... Cherbourg ...
als Verantwortliche seiner persönlichen Sicherheit waren wir
viel unterwegs, eben zur Beaufsichtigung der
Befestigungsanlagen und großen Bunker. Fast immer standen
wir jedoch an vorderster Front.
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 Einige von Rommels
Leibwächtern in Colà di Lazise
Von links: Anton Glase, Anton Wendt, Karl Hulke, Sixtus Heim, Joseph
Felder |
Karl Hulke
In welcher Erinnerung haben
Sie die Persönlichkeit des Feldmarschalls Rommel?
Der Herr Feldmarschall war stets korrekt, als Soldat und zu
seinen Untergebenen. Und auch zu seinen Offizieren.
War er eine großzügige Person
oder eher eingebildet?
Der Feldmarschall Rommel war kein bisschen eingebildet. Er
war sich lediglich seiner Erfahrung und seiner Fähigkeiten
bewusst. Er wusste, was er konnte und was er - nachweislich
- geleistet hatte.
Was erzählte man sich sonst
noch über ihn?
Die Soldaten sprachen alle nur gut über den Herrn
Feldmarschall.
Können Sie uns andere
Eigenschaften nennen?
Feldmarschall Rommel war ehrlich, korrekt, mutig und
unerschrocken. Sehr fähig.
Ein geduldiger Mensch ...
Feldmarschall Rommel hatte stets ein offenes Ohr für die
Truppe und deren Probleme.
Haben Sie viel Zeit an seiner
Seite verbracht?
Insgesamt elf Monate ...
Ab wann?
Vom September 1943 bis zum 18. Juli 1944.

Und welche Aufgabe hatten
Sie?
Unsere Aufgabe war es, den Feldmarschall zu beschützen.
An welchen Fronten waren Sie
mit ihm?
Ich war mit Feldmarschall Rommel nur in Frankreich, dann auf
der Insel Ouessant, eben zu seinem Schutz.
Wann kam Rommel nach Italien
und wo richtete er sich ein?
Am 23. September 1943 machte der Herr Feldmarschall die
Villa dei Cedri zu seinem Hauptquartier.
Wie sah Ihr Tagesablauf als
Rommels Leibwächter aus?
Für Feldmarschall Rommel übernahmen wir den Wachtdienst und
zwar immer jeweils zu dritt in vierstündigen Schichten. Alle
vier Stunden war Wachwechsel im Park der Villa dei Cedri.
Unsere Wachtposten waren über den ganzen Park verteilt.
(Zusammenfassend lässt sich also festhalten): Feldmarschall
Rommel nahm die Villa dei Cedri am 23. September 1943 in
Besitz und richtete dort sein Hauptquartier ein. Die
Wachtposten erstreckten sich über den gesamten Parkbereich,
während der Wachtdienst schichtweise den ganzen Tag und die
Nacht abdeckte.
Wie viele Männer hielten
Wache?
Alle zwei Stunden drei Wachen. Alle zwei Stunden wurden sie
von anderen Wachen abgelöst. Und so ging es Tag und Nacht.
Wohin ging Rommel, nachdem er
die Villa dei Cedri verlassen hatte?
Im November 1943 verließ der Herr Feldmarschall die Villa
dei Cedri mit seiner Truppe und seinem Generalstab. Danach
gingen wir nach Sonderburg, in Dänemark.
Und was gab es dort zu tun?
Feldmarschall Rommel hatte eine Besichtigung sämtlicher
Befestigungsanlagen geplant, um diese zu beurteilen.
Wohin verlegte er sein
Hauptquartier, nachdem er Italien verlassen hatte?
Rommel verlegte sein Hauptquartier nach Fontainebleau, in
Frankreich.
Wie verlief der Alltag dort?
Waren Sie weiterhin als Wache tätig?
Ja, auch im riesigen Park von Fontainebleau hielten wir
schichtweise Wache.
Was geschah an jenem 17. Juni
1944? Wie konnte sich Rommel retten?
Es war der 17. Juli 1944: Der Herr Feldmarschall Rommel war
auf dem Rückweg von einer Korps-Mission in Richtung La
Roche. Ich befand mich im ersten Fahrzeug und war für die
Luftüberwachung zuständig. Ich kniete im Wagen und erblickte
rückwärts zahlreiche Jagdbomber, die in Richtung La Roche
auf uns zuflogen. Ich informierte den Herrn Feldmarschall
sowie Hauptmann Lang von den sich nähernden Jagdbombern, die
nach wenigen Augenblicken bereits über uns waren. Der Herr
Feldmarschall dachte, sie würden uns seitlich treffen, aber
sie schossen nicht. Wir konnten nur vermuten, dass sie
vielleicht keine Munition mehr hatten, schließlich war es
schon abends. Dann kam es zum Schusswechsel und ein Major,
der links von mir saß, wurde von einem Streifschuss am
Pistolenhalfter getroffen. Die Kugel setzte ihren Flug fort
und traf Marschall Daniel an der Schulter, die deutlich
aufgerissen wurde. Der Wagen neigte sich nach links zum
Straßenrand; der Herr Feldmarschall hielt sich noch an der
Tür fest, wurde dann jedoch aus dem Fahrzeug geschleudert.
Ich selbst war absprungbereit und folgte ihm in den
Straßengraben. Mit dem zweiten Augenzeugen, von dem ich
nicht weiß, ob er heute noch lebt, versuchten wir, den Herrn
Feldmarschall vom Straßenrand wegzubringen. Später wurde er
versorgt, aber es dauerte geraume Zeit, bis Hilfe eintraf.
Marschall Daniel hatte durch die Verwundung zu viel Blut
verloren und starb. Das ist alles.
Wie wurde Hauptmann Lang
gerettet?
Hauptmann Lang wurde ins Krankenhaus von Lisieux gebracht.
Und auch der Herr Feldmarschall.

Come fu salvato il capitano Lang?
Il capitano Lang fu portato nell'ospedale di Lisieux. E
anche il feldmaresciallo.
Cosa
accadde al feldmaresciallo Rommel dopo l'attentato?
(Nell'ospedale di Lisieux) ricevette le prime cure dopo l'attentato. Dopo
fu trasferito a Parigi in un altro ospedale, con il nome di copertura
"colonnello Wetz". Dopo che fu trasferito nell'ospedale di Parigi,
ricevetti l'ordine di recarmi in visita, insieme al viceammiraglio Ruge,
proprio da lui, dal feldmaresciallo Rommel. Lo cercammo appunto con il
nome con cui era ricoverato quello di "colonnello Wetz".
Qualcuno
ha detto che fu lei a portarlo in ospedale e ricoverarlo con questo nome?
No, non e' vero. Noi soldati della guardia non avevamo nessun potere
decisionale.
Per quali
ragioni Rommel fu trasferito dall'ospedale vicino Lisieux a quello di
Parigi?
Dopo quest'incidente un medico francese dell'ospedale di Lisieux esaminò
la cartella clinica del feldmaresciallo e costatò che le sue ferite erano
molto gravi. Così ordinò di trasferire il feldmaresciallo a Parigi, in un
ospedale importante.

Was geschah nach dem Attentat
mit Feldmarschall Rommel?
(Im Krankenhaus von Lisieux) erhielt er die Erstversorgung
nach dem Anschlag. Danach wurde er unter dem Decknamen
„Oberst Wetz“ nach Paris in ein anderes Krankenhaus verlegt.
Nachdem er ins Krankenhaus nach Paris überführt worden war,
erhielt ich den Befehl, den Feldmarschall Rommel zusammen
mit Vizeadmiral Ruge zu besuchen. Wir suchten ihn unter dem
Namen, mit dem er eingeliefert worden war, also „Oberst
Wetz“.
Jemand behauptet, Sie selbst
hätten Rommel ins Krankenhaus gebracht und unter diesem
Namen eingeliefert …?
Nein, das stimmt nicht. Wir Soldaten der Leibwache hatten
keinerlei Entscheidungsbefugnis.
Warum wurde Rommel vom nahe
gelegenen Krankenhaus in Lisieux nach Paris verlegt?
Nach diesem Vorfall hatte ein französischer Arzt im
Krankenhaus in Lisieux das Krankenblatt des Herrn
Feldmarschalls studiert und festgestellt, dass dessen
Verletzungen sehr ernst waren. Deshalb ordnete er seine
Verlegung nach Paris in ein wichtigeres Krankenhaus an.
Wann haben Sie Feldmarschall
Rommel zuletzt gesehen?
Zum letzten Mal sah ich Feldmarschall Rommel am Tag des
Vorfalls.
Was dachten oder fühlten Sie,
als Sie von seinem Tod erfuhren?
Als ich die Nachricht von seinem Tod erhielt, machte mich
die Sache recht nachdenklich, weil seine Verletzungen
eigentlich nicht so schwer waren, wie man sagte. Er wurde
nach Hause, nach Herrlingen gebracht und dort stellte man
fest, dass sein Zustand nicht ernst war. Seine
Überlebenschancen waren hoch und das machte mich bei der
Nachricht vom überraschenden Tod Rommels sehr stutzig.
Was empfanden Sie als Soldat?
Wir waren Angehörige des Heeres und natürlich Untergebene
des Herrn Feldmarschalls. Da ist es normal, dass wir sehr
betroffen waren.
Gibt es etwas, das Sie in
dieser Angelegenheit besonders merkwürdig finden?
Ja. Wir finden es heute noch seltsam, auch wegen der Dinge,
die wir von unserem Kameraden, einem gewissen Hudelberger
und Joseph Helder, erfahren haben, die ihn nach Herrlingen
gebracht hatten. Auch sie wunderten sich, als sie von einem
für Rommel sehr ungewöhnlichen Verhalten erfuhren, der sich
jeden Tag offiziell unter einem anderen Namen vorstellte.
Das kam uns doch sehr seltsam vor.
Was denken Sie, hätte Rommel
tun können, wäre das Attentat gegen Hitler geglückt?
Ich bin davon überzeugt, dass Feldmarschall Rommel eine
richtige Lösung für das deutsche Volk und für die Familien
gefunden hätte. Ich war überrascht, dass es so ausging, ein
dramatisches Ende.
... Rommel und die Nazis ...
Von anderen Offizieren und meinen Kameraden hatte ich
erfahren, dass Rommel Hitler häufig getroffen hatte und
während dieser Begegnungen mehrfach hinausgeworfen worden
war. Dann rief Hitler ihn jedoch immer wieder zurück, weil
er befürchtete, nicht so leicht einen anderen, derart
brillanten Befehlshaber zu finden.
... Rommel und ein
eventueller Prozess ...
Bei einem Prozess hätte Rommel nichts zu befürchten gehabt.
Er zeigte ein tadelloses Verhalten. ... Man hatte ihm die
Wahl seiner Todesart gelassen: Pistole oder Zyankali. Er
wählte Zyankali. Das ist alles.
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